DE3825636A1 - Elektrofilter - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Elektrofilter zur Ab
scheidung von Flüssigkeiten und/oder Feststoffen aus
Gasen, insbesondere zur Abscheidung von Flüssigkeitsnebeln
und Aerosolen aus Industrie-Abgasen, bei dem die Nieder
schlagselektroden im wesentlichen vertikal verlaufend
angeordnet und rohrförmig ausgebildet sind, in denen die
Sprühelektroden zentrisch angeordnet sind.
Bei den bisher bekannten Elektrofiltern obiger Bauart sind
die rohrförmig ausgebildeten Niederschlagselektroden mit
einem vom oberen Ende bis zum unteren Ende verlaufenden
gleichgroßen lichten Querschnitt versehen. Aufgrund dieser
Ausbildung der rohrförmigen Niederschlagselektroden ist
nicht zu vermeiden, daß es im unteren Bereich, also im
Austrittsbereich der Flüssigkeit oder der Feststoffe aus
den rohrförmigen Niederschlagselektroden, zu elektrischen
Überschlägen zwischen den Sprühelektroden und den Nieder
schlagselektroden kommt, wodurch die Sprühelektrode ver
hältnismäßig rasch zerstört wird und ausgewechselt werden
muß. Die elektrischen Überschläge von der Sprühelektrode
zur Niederschlagselektrode im Austrittsbereich der Flüs
sigkeit oder der Feststoffe aus den rohrförmigen Nieder
schlagselektroden ist auf die in diesem Bereich besonders
stark anwachsenden, an der Innenwandung der Niederschlags
elektrode von oben nach unten wandernden Flüssigkeits
tropfen und/oder Feststoffpartikeln zurückzuführen, und
zwar durch ihre zunehmend verstärkte Ablagerung und da
durch verstärkte Annäherung an die Sprühelektrode im Aus
trittsbereich der Niederschlagselektrode. Darüber hinaus
sind bei dem bekannten Elektrofilter die rohrförmig ausge
bildeten Niederschlagselektroden im Filtergehäuse unabhän
gig voneinander einzeln lose aufgehängt, so daß sie zur
Wahrung einer für den Filterprozeß ausreichenden Stabili
tät entsprechend stark dimensioniert werden müssen, was
wiederum mit einem erhöhten Kosten- und Arbeitsaufwand
verbunden ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, durch entspre
chende Ausbildung und Anordnung der Niederschlagselektro
den eines Elektrofilters elektrische Überschläge von der
Sprühelektrode zur Niederschlagselektrode zu vermeiden und
das Filter im konstruktiven Aufbau zu verbessern.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Niederschlags
elektroden wenigstens an den unteren Enden trichterförmig
erweitert ausgebildet und zu einer in sich geschlossenen
Raumeinheit zusammengefaßt sind.
Dadurch, daß die Niederschlagselektroden an den unteren
Enden trichterförmig erweitert ausgebildet sind, werden
die an der Innenwandung der Niederschlagselektroden abge
schiedenen Flüssigkeitstropfen und/oder Feststoffpartikel,
bevor sie nach unten hin aus den Niederschlagselektroden
austreten, von den Sprühelektroden nach außen in einen
Bereich stark reduzierter Feldstärke umgeleitet und
dadurch elektrische Überschläge von der Sprühelektrode zur
Niederschlagselektrode mit Sicherheit vermieden. Die
Standzeit der Sprühelektroden eines Elektrofilters wird
daher im Vergleich zu den bisher bekannten Elektrofiltern
ähnlicher Bauart ganz wesentlich erhöht. Weiterhin wird
durch die Zusammenfassung der Niederschlagselektroden zu
einer in sich geschlossenen Raumeinheit eine sehr gedrun
gene, platzsparende Bauweise der Elektroden von hoher Sta
bilität erreicht.
Aus der deutschen Patentschrift 33 25 638 ist eine Vor
richtung zur Entstaubung von industriellen Gasen bekannt,
die im wesentlichen aus einem Waschturm besteht, der im
oberen Bereich mit einem Sprühelektrodenaggregat versehen
ist, bei dem die Sprühelektroden von wabenartig zusammen
gesetzten Sechskantrohrabschnitten mantelförmig umgeben
werden. Dieses im oberen Bereich des Sprühturms angeordne
te Sprühelektrodenaggregat dient hierbei lediglich dazu,
die im Gasstrom befindlichen Staubpartikel negativ aufzu
laden, so daß sie sich mit den darunter im Waschraum
befindlichen positiv geladenen Wassertropfen verbinden und
mit diesen niedergeschlagen und aus dem Gasstrom abgeführt
werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung besteht die Niederschlagselektrode aus einem
zylinderförmigen Rohr, das von einem eckigen Rohr, insbe
sondere sechseckigem Rohr mit Abstand mantelförmig umgeben
ist, wobei die Mantelrohre mit Zu- und Ableitungen für die
Zu- und Abführung von Kühlmitteln in den Hohlraum zwischen
der zylinderförmig ausgebildeten Niederschlagselektrode
und dem Mantelrohr versehen sind. Durch die Zu- und Abfüh
rung von Kühlmitteln in den Hohlraum zwischen der zylin
derförmig ausgebildeten Niederschlagselektrode und dem
Mantelrohr wird sehr vorteilhaft die Kondensation der im
Gasstrom in Dampf- oder Nebelform befindlichen Flüssigkeit
intensiviert und dadurch die Abscheidung von Flüssigkei
ten, insbesondere von Flüssigkeitsnebeln und Aerosolen aus
dem Gasstrom wesentlich verbessert.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
werden nachfolgend anhand von in Zeichnungen schematisch
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 einen Ausschnitt aus einem Elektrofilter mit
zu einem Bündel zusammengefaßten rohrförmig
ausgebildeteten Niederschlagselektroden und
Sprühelektroden gemäß der Erfindung;
Fig. 2 einen Satz rohrförmiger Niederschlagselek
troden mit im Querschnitt sechseckig ausge
bildeten Mantelrohren in perspektivischer
Darstellung gemäß der Erfindung.
Wie Fig. 1 zeigt, besteht das Elektrofilter zur Abschei
dung von Flüssigkeiten und/oder Feststoffen aus Gasen, aus
in einem Gehäuse (1) vertikal verlaufend angeordneten Nie
derschlagselektroden (2) mit darin zentrisch von oben nach
unten verlaufenden Sprühelektroden (3). Die Niederschlags
elektroden (2) sind rohrförmig ausgebildet und an ihren
oberen und unteren Enden (4, 5) trichterförmig erweitert.
In diesen Endbereichen (4) und (5) sind die Niederschlags
elektroden (2) miteinander fest verschweißt und bilden
eine in sich geschlossene, sehr stabile Raumeinheit.
Am Filtergehäuse (1) ist oben in der Zeichnung auf der
linken Seite ein Rohrstutzen (6) für die Zuführung von
flüssigen oder gasförmigen Kühlmitteln in die zwischen den
Niederschlagselektroden (2) befindlichen Hohlräume (7)
vorgesehen. Der Abzug der Kühlmittel erfolgt über einen am
unteren Ende des Gehäuses (1) angeordneten Rohrstutzen (8).
In Betrieb werden die mit Flüssigkeiten und/oder Feststof
fen beladenen Gase dem Elektrofilter in Pfeilrichtung (9)
von unten zugeführt, von wo sie die rohrförmig ausgebilde
ten Niederschlagselektroden (2) von unten nach oben durch
strömen. Gleichzeitig wird durch den Stutzen (6) am Gehäu
se (1) in Pfeilrichtung (10) flüssiges oder auch gasförmi
ges Kühlmittel in die Hohlräume (7) zwischen den Nieder
schlagselektroden (2) eingeleitet, das von oben nach unten
die rohrförmigen Niederschlagselektroden (2) von außen
umspült und über den Rohrstutzen (8) am unteren rechten
Ende am Filtergehäuse in Pfeilrichtung (11) wiederum nach
außen abgeführt wird. Mit Hilfe des Kühlmediums werden
sehr vorteilhaft die rohrförmigen Niederschlagselektroden
(2) von außen her gekühlt und dadurch die in den Gasen in
Nebel- oder Dampfform vorhandene Flüssigkeit kondensiert
und in Form von Flüssigkeitstropfen an der Innenwandung
der Niederschlagselektroden (2) zum Niederschlagen ge
bracht, von wo sie zusammen mit den in den Niederschlags
elektroden aus den Gasen elektrostatisch abgeschiedenen
Flüssigkeiten und/oder Feststoffpartikeln nach unten
fließend über die trichterförmigen Erweiterungen (5) in
Pfeilrichtung (12) aus dem Filter ausgetragen werden.
Durch die trichterförmigen Erweiterungen (5) an den
unteren Enden der Niederschlagselektroden (2) werden
hierbei sehr vorteilhaft die aus den Gasen ausgeschiedenen
Flüssigkeiten und/oder Feststoffe von den Sprühelektroden
(3) weg nach außen in einen Bereich reduzierter Feldstärke
geführt, so daß elektrische Überschläge zwischen den
Sprühelektroden (3) und den Niederschlagselektroden (2)
mit Sicherheit vermieden werden. Die Sprühelektroden (3)
werden hierdurch vor elektrisch erosiven Zerstörungen im
Bereich des Flüssigkeits- und Feststoffaustrags aus den
Niederschlagselektroden (2) bewahrt und ihre Standzeit
dadurch ganz wesentlich erhöht.
Wie Fig. 2 zeigt, können die rohrförmig ausgebildeten Nie
derschlagselektroden (13) gegebenenfalls auch sehr vor
teilhaft mit einem im Querschnitt sechseckigen Mantelrohr
(14) umgeben und zu einer bienenwabenförmigen Baueinheit
zusammengefaßt werden. Diese zylinderförmig ausgebildeten
Niederschlagselektroden (13) mit ihren zentrisch angeord
neten, stabförmigen Sprühelektroden (15) werden auch hier
bei sehr vorteilhaft im Betrieb des Elektrofilters zur
Unterstützung der Kondensation von im Gas vorhandenen
Flüssigkeiten mit flüssigen oder gasförmigen Kühlmedien
umspült, die durch einen Rohrstutzen (16) dieser Bauein
heit von oben zugeführt und durch einen Rohrstutzen (17)
am rechten unteren Ende aus dem Filter wieder abgeführt
werden. Diese in Fig. 2 dargestellte Ausbildung und Anord
nung der Niederschlagselektroden zeichnet sich besonders
durch ihre hohe Stabilität und leichte Handhabung aus.
Auch kann sie als geschlossene Baueinheit in beliebiger
Anordnung und Größe jederzeit auch nachträglich bei be
stehenden Elektrofiltern leicht eingebaut werden.
Claims (2)
1. Elektrofilter zur Abscheidung von Flüssigkeiten
und/oder Feststoffen aus Gasen, insbesondere zur
Abscheidung von Flüssigkeitsnebeln und Aerosolen
aus Industrie-Abgasen, bei dem die Niederschlags
elektroden im wesentlichen vertikal verlaufend
angeordnet und rohrförmig ausgebildet sind, in
denen die Sprühelektroden zentrisch angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Nieder
schlagselektroden (2, 13) wenigstens an den unteren
Enden trichterförmig erweitert ausgebildet und zu
einer in sich geschlossenen Raumeinheit zusammenge
faßt sind.
2. Elektrofilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Niederschlagselektrode (13) aus einem
zylinderförmigen Rohr besteht, das von einem ecki
gen Rohr, insbesondere sechseckigem Rohr (14) mit
Abstand mantelförmig umgeben ist, wobei die Mantel
rohre (14) mit Zu- und Ableitungen (16, 17) für die
Zu- und Abführung von Kühlmitteln in den Hohlraum
zwischen der zylinderförmig ausgebildeten Nieder
schlagselektrode (13) und dem Mantelrohr (14) ver
sehen sind.
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EP0352451A2 (de) | 1990-01-31 |
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