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Die Erfindung betrifft die Behandlung von Mastitis;
insbesondere betrifft die Erfindung die Behandlung von Rindermastitis,
die die sogenannte "subklinische Mastitis" und die sogenannte
"Sommermastitis" umfassen kann.
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Die vorliegerde Erfindung offenbart insbesondere die
Verwendung von (Mon)oxychlorosen oder Natriumoxychlorosen zur
Herstellung eines Medikamente zur Behandlung von Mastitis.
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Obwohl die vorliegende Erfindung ganz allgemein auf alle Tiere
anwendbar ist, die an Mastitiszuständen leiden, wird sie im
folgenden vor allem unter Bezugnahme auf Milchvieh
veranschaulicht werden. Kurz ausgedrückt ist die Mastitis ein
Zustand, der durch bakterielle Invasion der Milchorgane
verursacht wird, das unter anderem zur schmerzlichen Entzündung und
zu unerwünschter Sekretion führt. Man nimmt an, daß zahlreiche
Mikroorganismen zu diesem Problem beitragen; eine Handvoll
Erreger kommt jedoch häufig vor und ist demnach gefährlich,
zum Beispiel Staph. coagulase positiv, Str. dysgalactiae,
uberis und agalactiae und E. coli. Die "Sommermastitis" wird im
allgemeinen durch Fliegen in nicht-laktierende Tiere
übertragen. In "subklinischen" Fällen leiden Tiere an diesem Zustand,
und sie können als Infektionsquelle wirken wobei sich bei
ihnen jedoch nicht die vollen Symptome manifestieren.
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Viele Jahre lang wurde die Mastitis bei Milchvieh durch Gabe
von vergleichsweise kleinen Mengen an anttbiotischen
Suspensionen in das Euter behanäelt, nachdem es so weit wie möglich
entleert worden war. Es wurden zahlreiche Materialien
verwendet, und alle Materialien bringen für den Bauer/Hersteller und
den Verwender/Konsumenten verschiedene Probieme mit sich.
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Da herkömmliche Antibiotika nach einem Behandlungsdurchgang
lange wirken, wird beim Melken des Euters weiterhin
antibiotika-enthaltende Milch abgegeben. Die Mengen nehmen mit der Zeit
ab, aber sie bleiben im allgemeinen bis zu zwischen 6 und 10
Melkungen problematisch. Während dieses Zeitraums enthält die
Milch ausreichend aktives Antibiotikum, um das Wachstum von
Organismen in der Milch signifikant zu hemmen, insbesondere
das Wachstum solcher Organismen, die zur Verarbeitung der
Milch zu Joghurt oder Käse erforderlich sind; die Antibiotika
zeigen auch merkliche Wirkungen aur die Intestinalflora der
Konsumenten, insbesondere (junger) Kinder mit hoher
Milchaufnahme und niedrigem Körpergewicht. Weiterhin ist es allgemein
bekannt, daß ein Teil der Bevölkerung gegen einige
Antibiotika, insbesondere Penicilline, allergische Reaktionen zeigt.
Aus diesen Gründen sind in solchen Ländern, in denen der
Verkauf von Antibiotika durch Gesetzgebung wirksam kontrolliert
wird, die Mengen der zulässigen Antibiotikareste
vorgeschrieben. Im allgemeinen bewegen sich deren obere Grenzen nach
unten und demnach nimmt der Zeitraum, in dem die Milch eines
Tieres von der Auslieferung zurückgehalten werden muß (das
heißt verworfen werden muß), zu. Weiterhin ist die Verwendung
prophylaktischer Chlor-Zitzenbäder bekannt.
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Es wurde erfindungsgemäß gefunden, daß (Mon)oxychlorosen oder
Natriumoxychlorosen in einem wäßrigen Medium eine wirksame
Behandlung der Mastitis in einem laktierenden oder
nicht-laktierenden Milchvieh darstellt. Hierdurch werden andere
Behandlungmethoden nicht ausgeschlossen und tatsächlich können diese
miteinander zusammenwirken. Der aktive Bestandteil ist zur
Verwendung in Humanarzneimitteln als Desinfektionsmittel
bekannt; er wurde jedoch nie zur Verwendung in der
Veterinärmedizin, insbesondere zur Behandlung von Mastitis durch
Infusion, vorgeschlagen.
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Wie oben bereits ausgeführt, offenbart die vorliegende
Erfindung
die Verwendung von (Mon)oxychlorosen oder
Natriumoxychlorosen zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von
Mastitis. Allgemein ausgedrückt umfaßt die Behandlung der
Mastitis die Verwendung einer infusion einer wirksamen Menge von
(Mon)oxychlorosen oder Natriumoxychlorosen in einem wäßrigen
Träger. Die Zusammensetzungen umfassen den obigen Wirkstoff in
einem wäßrigen Medium, das Wasser oder, bevorzugt, eine
Salzlösung sein kann. Es ist wichtig, daß die Infusion zur
Verwendungszeit hergestellt wird.
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Entsprechend Martindale, The Extra Pharmacopoeia, ist
(Mon)oxychlorosen der Hypochlorsäurekomplex einer Mischung der
Phenylsulfonatderivate aliphatischer Kohlenwasserstoffe. Es ist
ein feines weißes Pulver, welches sich langsam in Wasser löst
und anschließend schnell hydrolisiert. Es ist allgemein
kommerziell als "Chlorpactin " (eingetragenes Warenzeichen)
erhältlich.
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Es konnte nunmehr gezeigt werden, daß wäßrige Lösungen von
Natrium-(mon)oxychlorosen, insbesondere in physiologischer
Kochsalzlösung, hergestellt zum Zeitpunkt der Verwendung und
infundiert in ein infiziertes Euterviertel der Kuh, bei der
Behandlung von Mastitis wirksam ist. Im allgemeinen ist eine
Verabreichung von 3 oder 4 Infusionen ausreichend, um die
klinischen Symptome des Zustandes zu lindern. Dies ist mit einer
herkömmlichen Antibiotikabehandlung vergleichbar.
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Man nimmt an, daß der aktive Bestandteil im infundierten
Viertel durch die Freisetzung von Hypochlorsäuregas in den
Euterraum reagiert und damit die eingedrungenen Organismen abtötet.
Er wirkt relativ kurz, jedoch sehr stark. Der aktive
Bestandteil baut sich demnach während der Reaktion ab, wobei eine
kleine Restmenge in der Milch verbleibt und anschließend vom
behandelten Viertel beziehungsweise von den behandelten
Vierteln abgeführt wird; ein derartiger Rest wirkt auf alle heute
bekannten Tests auf inhibitorische Substanzen nicht
inhibitorisch. Insbesondere wird er Käse- und Joghurt-Starterkulturen
nicht beeinflussen, und er ist nachgewiesenermaßen gering
toxisch. Aus diesen Gründen ist es möglich, die Milch nach einem
Behandlungsdurchgang zu verwenden, wobei nur eine Melkung
verworfen werder muß.
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Im Gegensatz zur Behandlung mit Antibiotika, die systematisch
absorbiert werden können, ermöglicht dieser neue Ansatz, daß
nicht betroffene Viertel während eines Behandlungsdurchgangs
normal gemolken werden. Während einige Bakterien
antibiotikaresistent sind, kann dies für das erfindungsgemäß hergestellte
Medikament nicht gesagt werden.
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Die vorliegende Anwendung verwendet verdünnte wäßrige Lösungen
des Wirkstoffs, beispielsweise bis zu 2,5 % w/v. Im
allgemeinen würde ein Behandlungsdurchgang beispielsweise 4 bis 6
Infusionen von 40 ml Aliquots von 1,25 % w/v-Lösungen umfassen.
Normalerweise würde ein Behandlungsdurchgang mit dem
Melkzeitplan über mehrere Tage zusammenfallen; falls es jedoch
erwünscht ist, könnte die Entleerung/Infusion zum Beispiel
stündlich wiederholt werden, so daß ein Tier beispielsweise am
nächsten Tag wieder "on-line" sein könnte. Unter
Berücksichtigung des Problems einer subklinischen Mastitis, könnten
weiterhin periodische präventive Behandlungen erfolgen, da dies
nur eine minimale Unterbrechung erfordern würde.
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Herkömmlicherweise würde eine Infusion aus frisch
hergestelltem Material unter Verwendung einer Spritze gegeben werden.
Für die vorliegende Anwendung wird bevorzugt ein
Infusionsapplikationsgerät zur Behandlung der Mastitis verwendet, das
so ausgelegt ist, daß es mit dem Wirkstoff und dem Träger in
getrennten Kammern gefüllt ist, wobei das Vermischen dann
stattfindet, denn es erforderlich ist. (Vergleiche EP-A-323109
für weitere Einzelheiten).
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Die vorliegerde Erfindung wird im folgenden näher
veranschaulicht:
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Der LD50-Wert von sterilisiertem, γ-bestrahltem (25 kGy, 2,5
Megarad) "Chlorpactin WCS-90" (Natriumoxychlorosen) in einem
Milchträger lag bei mehr als 5,00 g/kg auf dem oralen Weg bei
Ratten.
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Bei weiteren Sicherheitsstudien wurde die Toleranz von
Milchvieh untersucht:
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61 Tiere wurden Durchgängen von 6 Infusionen mit 2,5 % w/v
Natriumoxychlorosen (das Doppelte der normalen Konzentration)
unterworfen. Es wurden keine nachteiligen Wirkungen gefunden.
Weiterhin wurden Untersuchungen bei 12 Infusionen von 1,25 %
w/v Natriumoxychlorosen bei aufeinanderfolgenden Melkungen
(das Doppelte der normalen Behandlungsdurchgangslänge) und 6
Infusionen von 1,25 % w/v Natriumoxychlorosen unter Verwendung
von 80 ml (das Doppelte des normalen Volumens) durchgeführt.
Es wurden keine nachteiligen Wirkungen gefunden.
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Im folgenden wird eine Reststudie unter Verwendung eines
vollständigen normalen Behandlungsdurchlaufs wiedergegeben (1,25 %
w/v Natriumoxychlorosen).
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Der Zweck dieser Untersuchung lag darin, die Restmengen
"Chlorpactin WCS-90" zu beobachten, die in der Milch während
eines Behandlungsdurchgangs nachweisbar sind.
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Die vollständige Untersuchung, die die Form einer Reihe
einzelner Untersuchungen hat, überwacht die Restmengen in der
Milch von Kühen, die 6 Infusionen einer einzelnen Dosis
"Chlorpactin " von normaler Stärke unterzogen wurden, während
der Infusion sind für eine Reihe von Melkungen nachdem die
Behandlung abgeschlossen war.
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Die Analyse der Milchproben von jeder Kuh wurde durch
Ionenpaar-Umkehrphasenchromatographie durchgeführt. Die Berechnung
der "Chlorpactin "-Reste wurde im Fall der Untersuchung 01
durch das Peakhöhenverfahren durchgeführt, da die für die
Standards verwendete Milch von einer anderen Quelle als von
den getesteten Kühen stammte (untere Nachweisgrenze 7 ppm). In
den Untersuchungen 02, 03 und 04 wurde, da die Standards in
Milch gemacht wurden, die von der getesteten Kuh wenige Tage
vor der Behandlung erhalten wurde, das Peakbereichsverfahren
verwendet (Nachweisgrenze 1 ppm). Die Untersuchung 04 an Kühen
mit Mastitis wurde wiederum mit dem Peakbereichsverfahren
durchgeführt, wobei die Standards aus Milnh stammten, die
wenige Tage nach Behandlungsende gewonnen wurden.
Behandlungen:
Untersuchung 01
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Zwei mittlere Milchmengen gebende Kühe (Friesische) wurden für
den Versuch ausgewählt, wobei jede einem Behandlungsdurchgang
mit "Chlorpactin WCS-90" unterzogen wurde. Die Behandlungen
umfaßten 6 Infusionen, gefolgt von 6 aufeinanderfolgenden
Melkungen, von "Chlorpactin " mit einer Einfachdosis von normaler
Stärke (0,5 g/40 ml physiologischer Kochsalzlösung).
Untersuchung 02
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Zwei gesunde Kühe mit mittlerer Milchleistung (Friesische)
wurden für diesen Versuch ausgewählt; wiederum wurde jede Kuh
einem Behandlungsdurchgang mit "Chlorpactin WCS-90"
unterzogen. Die Untersuchung 02 unterschied sich von der Untersuchung
01 dadurch, daß eine Probe der Milch von den unter Test
stehenden Vierteln von der Kuh wenige Tage vor der Behandlung
entfernt wurde, um die Herstellung genauer Standards zu
ermöglichen.
Untersuchung 03
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Drei gesunde Kühe mit mittlerer Milchleistung (Friesische)
wurden für den Versuch ausgewählt, wobei jede Kuh einem
Behandlungsdurchgang mit "Chlorpactin WCS-90" unterzogen wurde,
und zwar jedes der vier Viertel der Tiere.
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Die Milch von allen vier Vierteln wurde auf Reste während und
nach der Behandlung untersucht, wobei die Standards aus Milch
von den Vierteln wenige Tage vor dem Versuch gewonnen wurden.
Untersuchung 04
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Zwei Kühe mit Mastitis, die in der Wirksamkeitsstudie
verwendet wurden, wurden von einem Zeitpunkt, an dem die Milch
normal erschien, auf Reste in der Milch hin untersucht. Es war
nicht möglich, die Milch mit den ernsthaft an Mastitis
erkrankten Kühen auszuwerten, da keine Standards herstellbar
sind, um Milch auszuwerten, die sich in ihrer Zusammensetzung
ständig ändert. Die in diesem Fall verwendeten Standards
wurden aus Milch hergestellt, die etwa 4 Tage, nachdem die letzte
Probe genommen war, erhalten wurde.
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Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind im einzelnen in der
nachfolgenden Tabelle aufgefuhrt, und sie sprechen großteils
für sich selbst. Die erste Infusion wurde nach der Melkung 1
durchgeführt, mit der Konsequenz, daß die Melkung 1 den
Background darstellt. Die Mittelwerte am Ende der Tabelle sind so
berechnet, daß die < 7 ppm und < 1 ppm-Ergebnisse als 7
beziehungsweise 1 benommen wurden.
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In der Mehrheit der Fälle wurde der Background mit der achten
Melkung erhalten (eine Melkung nachdem die Behandlung
abgeschlossen war).
ppm von Chlorpractin , nachgeweisen in der Milch eines Vierteils
Untersuchungs-Nr.
Untersuchtes Viertel
Nummer der Melkung
Grenze (ppm)
Ausbeute (Liter)
Mittelwert aller Untersuchungen in gesunden Kühen (01, 02, 03) 7 Kühe, 16 Viertel
Mittelwert aller Viertel einschließlich Kühe mit Mastitis,
Melkung No. 8
9 Kühe, 18 Viertel
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Schlüssel: R.R. Rechte Hinterseite
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R.F. Rechte Vorderseite
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L.R. Linke Hinterseite
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L.F. Linke Vorderseite
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Die erste Iniusion wurde nach der Melkung Nr. 1 auf dieser
Tabelle durchgeführt.
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Der Mittelwert der Ergebnisse der Proben nach dem Aussetzen
für eine Melkung beträgt 3,1 ppm.
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10 × 3,1 - 31 ppm ist weit weniger als die minimale
Hemmungskonzentration, die etwa 2000 ppm gegen E.coli und St. faecalis
(Intestinalflora) beträgt.
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Eine Definition der Nulleffektmenge ist größer als 2800 ppm.
Das ist mehr als das 600fache des gefundenen Mittelwerts.
Diese Berechnungen unterstützen das Aussetzen für eine Melkung.
Die Folgerung aus dieser Reihe experimenteller Untersuchungen
ist die, daß, während die Ergebnisse, die von den während der
Behandlung genommen Milchproben gewonnen wurden,
unterschiedlich sind, die Mengen von "Chlorpactin ", die nach der
Behandlung nachweisbar waren, schnell vollständig zum Background hin
abfallen. Die erhaltenen Werte unterstützen damit stark ein
Aussetzen von einer Melkung nach der Behandlung.
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Die Hemmungswirkung von "Chlorpactin " auf Starterkulturen
wurde ebenfalls untersucht:
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Rohvollmilch wurde pasteurisiert und mit verschiedenen
Konzentrationen an frisch hergestelltem "Chlorpactin " versetzt.
Diese Proben wurden mit den Starterkulturen Streptococcus
thermophilus und Lactobacillus bulgaricus, die in natürlichem
Joghurt enthalten sind, beimpft, bei 37 ºC fünf Stunden lang
inkubiert, und der Prozentsatz an Milchsäure wurde durch
titrierbare Säure bestimmt (BSI, 1741:1963).
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Mengen von bis zu 0,01 % (100 ppm) "Chlorpactin " zeigten keine
Wirkung auf die Milchsäureproduktion, wobei die
Starterkulturen sowohl in der Kontrolle als auch in der mit "Chlorpactin "-
versetzten Milch etwa 0,9 % Milchsäure produzierten. Dies
liegt innerhalb der empfohlenen Menge von 0,90 - 0,95 % Säure.
Die Ausgangskultur des natürlichen Joghurt hatte eine Säure
von 1,28 % Milchsäure, was ziemlich hoch ist.
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Zusammenfassend zeigt "Chlorpactin " keine nachteilige Wirkung
auf die Aktivität von Joghurt-Starterkultur, die normalerweise
auf Hemmstoffe sehr empfindlich reagiert.
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Es wurde eine experimentelle Untersuchung durchgeführt, um zu
bestimmen, ob zwischen den Vierteln während eines
Behandlungsdurchlaufs mit "Chlorpactin WCS-90" irgendeine Absorption
auftritt.
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Hierzu wurden zwei der Viertel einer gesunden Kuh in einem
Behandlungsdurchgang mit dem doppelten der normalen Stärke
infuiert, und jedes der vier Viertel wurde auf
"Chlorpactin "-Reste hin beobachtet, sowohl während als auch nach dem
Versuch. Dies wurde unter der Annahme durchgeführt, daß, falls
das Material durch irgendeinen Mechanismus zwischen den
Vierteln übertragen würde, dies in den unbehandelten Vierteln
nachweisbar sein würde.
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Eine Analyse der Milchproben aus jedem Viertel wurde durch
Ionenpaar-Umkehrphasenchromatographie durchgeführt.
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Die Berechnung der "Chlorpactin "-Reste wurde durch den
Peakbereich durchgeführt, wobei die für die Standards verwendete
Milch aus Milch hergestellt wurde, die mehrere Tage vor der
Behandlung gewonnen wurde. Getrennte Standardsets wurden für
jedes Viertel hergestellt, wobei die Analyse "blind"
durchgeführt wurde, das heißt der Untersucher war vorher nicht davon
informiert, welche Proben von Vierteln genommen waren, die mit
"Chlorpactin " während des Behandlungsdurchgangs infundiert
wurden.
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Eine Kuh mit mittlerer Milchleistung (Friesische) wurde für
den Versuch ausgewählt. Zwei der Viertel wurden je mit dem
doppelten einer normalen Dosis "Chlorpactin WCS-90" (2 x 0,5 g
in 40 ml physiologischer Kochsalzlösung) bei 6
aufeinanderfolgenden Gelegenheiten, gefolgt von 6 Melkungen, infundiert.
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Die Milch von allen 4 Vierteln wurde sowohl während als auch
nach dem Versuch auf Reste hin untersucht, um zu bestimmen,
falls irgendeine Übertragung auf unbehandelte Viertel
stattgefunden hatte.
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Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in der nachfolgenden
Tabelle angegeben. Die erste Infusion wurde nach der Melkung
Nr. 1 durchgeführt, mit der Konsequenz, daß die Melkung 1 den
Background darstellt.
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Die Tabelle zeigt, daß, nachdem die Behandlung abgeschlossen
ist, die Menge schnell zum Background zurückkehrt, was aus der
Melkung Nr. 8 zu sehen ist. In den unbehandelten Vierteln
konnte kein "Chlorpactin " nachgewiesen werden.
Melkung Nr.
Ergebnis
Nachweisgrenze 1 ppm Chlorpactin (0,1 ppm Tensid)
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Die mit 0 ppm bezeichneten Ergebnisse bedeuten < 1 ppm oder daß
kein Peak gefunden wurde.
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Schlüssel: R.R. Rechte Hinterseite
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R.F. Rechte Vorderseite
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L.R. Linke Hinterseite
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L.F. Linke Vorderseite
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Hieraus kann geschlossen werden, daß selbst mit einer Infusion
mit der doppelten der normalen Stärke kein
Übertragungsmechanismus von "Chlorpactin " auf unbehandelte Viertel existiert,
weder während noch nach der Behandlung.
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Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt, daß nur Milch aus dem
behandelten Viertel verworfen werden muß und daß Milch von den
unbehandelten Vierteln zu allen Zeiten in den Sammelbehälter
gegeben werden kann.
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Zusätzlich zu den oben genannten Sicherheitsaspekten wurde
weiterhin die Wirksamkeit des erfindungsgemäß hergestellten
Medikaments untersucht.
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Wirksamkeitsuntersuchungen verwendeten die Hälfte der Herde
als positive Kontrolle und die Hälfte der Herde für die
experimentelle Benandlung. Die Herde wurde zufällig in zwei
zahlenmäßig gleiche Hälften aufgeteilt. Die mit ungeraden Zahlen
versehenen Kühe wurden behandelt, und die mit den geraden
Zahlen versehenen Kühe dienten als positive Kontrolle. Jedes
Tier, das ziemlich schlimm befaller war (das heißt
systematisch
befallen war) konnte von einem Veterinärmediziner
untersucht werden, und es wurde auf keiner Seite in den Versuch mit
einbezogen.
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Für jeden Fall wurden die klinischen Symptome bei jeder
Melkung notiert, und für jeden Fall wurden die Aufzeichnungen
gemacht. Milchproben aus jedem infizierten Viertel wurden wie
folgt zu den MMB-Laboratorien zur Zählung der Zellen und zur
Identifikation der Bakterien gesandt:
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1. Anfang (keine Behandlung)
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2. 24 Std. (Vor der 2. Behandlung)
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3. 48 Std. (Vor der 4. Behandlung)
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4. 72 Std. (Vor der 6. Behandlung)
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5. 96 Std. (24 Stunden nach Behandlung)
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6. 120 Std. (48 Stunden nach Behandlung)
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7. 1 Woche (9 Tage nach der Behandlung)
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8. 2 Wochen (16 Tage nach der Behandlung)
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Ein Euter, welches zur normalen Funktion zurückkehrte, wird
als klinisch geheilt definiert.
Experimentelle Behandlung
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40 ml einer 1,25 % w/v Lösung von Natriumoxychlorosen wurde
6mal bei 6 Melkungen infundiert.
Positive Kontrolle:
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Ein volles Röhrchen von 100 mg Procain/Penicillin/100 mg
Dihydrostreptomycinsulfat wurde 6mal bei 6 Melkungen infundiert. 5
Messungen können von den erhältlichen Figuren durchgeführt
werden:
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(a) Klinische Heilungsrate
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(b) Mikrobiologische Heilungsrate
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(c) Mittlere Zellzahl
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(d) Mittlere Anzahl an Röhrchen, um ein klinische
Heilung zu bewirken
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(e) Mittlere Anzahl an Röhrchen, um eine
mikrobiologische Heilung zu bewirken
Klinischer Test:
Experimentelle Arbeit: Tiere mit ungeraden Zahlen.
Natriumoxychlorosen. 40 ml 1,25 % w/v. 6mal bei aufeinanderfolgenden
Melkungen.
Erregerorganismen
Gesamtfälle der 6 Infusionen
Klinische Heilungen
% Klinische Heilungen
Staph. coagulase positiv
E.coli
Str.dysgalactiae
Str.uberis
Str.agalactiae
Positive Kontrolle
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Tiere mit geaden Zahlen.
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Procain-Penicillin/Dihydrostreptomycinsulfat. 6mal bei 6
Melkungen.
Erregerorganismen
Gesamtfälle der 6 Infusionen
Klinische Heilungen
% Klinische Heilungen
Staph. coagulase positiv
E.coli
Str.dysgalactiae
Str.uberis
Str.agalactiae
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Eine statistische Behandlung der Ergebnisse zeigt, daß, mit
95 % statistischer Sicherheit, die vorliegende Behandlung mit
1,25 % w/v Natriumoxychlorosen den herkömmlichen
Antibiotikabehandlungen überlegen ist.
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Die Zahl der somatischen Zellen in der Milch aus den einzelnen
Vierteln ist ein Hinweis auf den Gesundheitszustand dieses
Viertels. Je höher die Zellzahl, desto größer ist der
Infektionsgrad oder die Reizwirkung im Euter.
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Die mittleren Zellzahlen für alle an MMB gesandten
experimentellen Milchproben sind unten gezeigt. Es ist nicht immer
möglich, eine Zellzahl zu erhalten, falls die Milch
offensichtlich mastitisch ist oder falls die Probe auf dem Weg verdirbt.
Ein Problem mit Natriumoxychlorosenproben ist, daß aufgrund
fehlender inhibitorischer Wirkungep die Proben auf dem Weg
sehr schnell verderben können. Proben, die
Antibiotikainhibitoren enthalten, sind auf dem Weg gegen mikrobiologischen
Verderb besser geschützt. Einige Proben wurden wenn sie
spezifisch für die Zellzahlen benötigt wurden und nicht für den
Test auf den Erregerorganismus, durch die Zugabe von Formalin
geschützt. Dies wurde beispielsweise durchgeführt, wenn die
Reizstudien durchgeführt wurden.
Zellmittelwerte während und nach den vollständigen
Behandlungen
Tag
Konventionelles Antibiotikum
Natriumoxychlorosen (1,25 %)
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(Die Unterschiede in n, der Zahl der Bestimmungen, von der der
mittlere Zellwert berechnet wird, sind auf verschiedene
Faktoren zurückzuführen, beispielsweise auf Proben, die beim
Transport auslaufen, auf schnelleren Abbau von Proben bei heißem
Wetter, insbesondere, wenn keine Inhibitorsubstanzen vorliegen
(das heißt Natriumoxychlorosen).
Mittelwert der Infusionen, um eine klinische Heilung zu
bewirken, wo eine klinische Heilung nach bis zu 6 Infusionen
bewirkt wird.
Experimentell
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Mittelwert Infusionen n = 70
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Natriumoxychlorosen 1,25 % w/v x = 4,11
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On&sub1; = 1,61
Positive Kontrolle
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Mittelwert der Infusionen n = 30
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Herkömmliches Antibiotikum x = 5,13
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On&sub1; = 1,10
Analyse
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Experimentell gegen positive Kontrolle 72 Freiheitsgrade.
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t = 3,098. Signifikanz (p < 0,01).